Die Bahnpost                                                                                                                                                  

Mit der Aufnahme des Zugbetriebes waren die Postkutschenlinien und die Postreiter im Einzugsbereich der neuen Bahnstrecke überflüssig geworden. Diese Aufgaben übernahm sofort der Zugbetrieb. An jedem Zug war ein Postwagen bzw. ein Packwagen mit Postabteil angekoppelt, und so konnte man direkt am Zug seine Post abgeben bzw. auch dort in den vorhandenen Briefkasten einwerfen. Die badische Postverwaltung nutzte die Eisenbahnlinien sofort ab 1840 nach deren Inbetriebnahme zur Postbeförderung. Der erste Bahnpostwagen wurde dann am 1. April 1848 in Betrieb genommen. Um 1914 waren insgesamt 2400 Bahnpostwagen in Deutschland im Einsatz, in denen insgesamt 8000 Mitarbeiter Ihren Dienst versahen. Wann der Bahnpostbetrieb auf den Nebenbahnen eingestellt wurde ist mir nicht bekannt. Der Bahnpostverkehr im allgemeinen wurde jedoch nach 149 Jahren zum 1. Juni 1997 eingestellt.

Die nachfolgende Postkarte wurde am Postwagen des Zuges mit der Nr. -1914 -, Fahrtrichtung Bonndorf- Neustadt am 16. 3. 1917 aufgegeben.
Fahrplandaten: Bonndorf ab 16.54 Uhr --- Neustadt an 17.50 Uhr.

Die Karte kann an jedem Bahnhof zwischen Bonndorf und Neustadt aufgegeben worden sein, denn nur für diesen Streckenabschnitt - Zugnr.1914 - gab es diesen einmaligen Stempel. - eine Rarität -
Adresse: Paul Günter, Etappen Bäckerei, Deutsche Feldpost, 7. Armee
Anmerkung: Im Bereich Unterlenzkirch hatte es einmal eine   "Bäckerei Günter"   gegeben.

 

 "Postfahrplan" von 1918 - ähnlich dem von 1917 - in der äußersten rechten Spalte - Zugnr. 1914

 

 


Durch unterschiedliche rote Markierungen kennzeichnete man die Züge in einem speziellen Fahrplan, um Art und Umfang der Postbeförderung kenntlich zu machen.