1977 -- Ein Italiener erinnert sich.....    

 

Da ich 16 Jahre alt geworden war, ließ es mir keine Ruhe mehr, zuhause bei der Mutter und den kleinen Schwestern zu bleiben. Ich wollte auch Geld verdienen, und so kam ich auch nach Deutschland zum Bahnlinienbau nach Kappel und Lenzkirch. Ich war meinem Vater, dem Sprengmeister, als Lehrling zugeteilt. Wenn die Sprengladungen angebracht waren, war es dann meine Aufgabe, mit der roten Fahne in der Hand und dem Signalhorn die Leute auf dem Talsträßlein zu warnen. Bei den Sprengungen flogen die Felsbrocken zuweilen bis auf die jenseits gelegene Talwand.

 

Unser Quatier war das neuerbaute kleine Gasthaus an der Bahnstrecke. ( gemeint ist das Gasthaus zum Rechenfelsen ) Dieses befand sich an der Straße, die aus der Schlucht nach Kappel führt. Die Wirtsleute waren sehr hilfsbereit. Vor allem die Hausfrau gab sich redlich Mühe mit uns Arbeitern.

 

In meinen alten Tagen ging ich noch einmal auf Reisen. Einer meiner Brüder ist mit mir an den Platz gegangen, wo wir so hoffnungsfroh gearbeitet hatten. Wir haben alles noch vorgefunden, wie wir es in Erinnerung hatten. Nur unßer Quatier am sonnigen Waldrand hatte sich sehr verändert. Es ist zu einem stattlichen Fremdenheim ausgebaut worden, befindet sich aber immer noch im Besitz der gleichen Familie, die uns damals  betreut hat.

                                                                                                                                                               inhaltlich aus BZ 1977

Links unten auf dem Foto ist ein Junge mit einer Fahne zu sehen. Ist es dieselbe Person, mit der die BZ – 1977 diese Gespräch geführt hat ?  Das Foto stammt von einer Privatperson.

 
 

 

        Der kleine Italiener....im Jahre 1906 oder 1907.

                                    

 

 

 

                                             

                                         Wirtschaft zum Rechenfelsen ca. 1915

                             Von dieser Wirtschaft ist im obigen Bericht die Rede
                               und sie befindet sich ca. 100 Meter oberhalb vom
                                                  Bahnhof Kappel - Grünwald

 



Der nachfolgende Brief ist eine Reaktion auf den eingangs erwähnten Zeitungsartikel.