Das Ende der Bahn                          

 

 

Man kann darüber diskutieren, wann der Niedergang der Bahnlinie einsetzte. Fest steht die ersten Kritiker gab es bereits bei der Inbetriebnahme der Bahnlinie. Zum einen war es die umständliche Betriebsführung, die durch die Spitzkehre in Lenzkirch verursacht  wurde, und zum anderen traute man der Bahn von vorneherein kein positives Betriebsergebnis zu, wie aus einschlägiger Literatur hervorgeht. Als Zeitpunkt des stetigen Niedergangs darf man wohl das Jahr 1950 festhalten.

 

Im Jahr 1950 / 1951 wurden die ersten Bahnbuslinien eröffnet und man verschafte sich so eine eigene Konkurenz. Die Bahnbusse hatten ihre Haltestellen direkt im Ort, und so mußte man nicht mehr einen längeren Fußmarsch zum Bahnhof in kauf nehmen. Hier sei mal als Beispiel der Ort Kappel angeführt. Der ca. 2 Kilometer lange Heimweg vom Bahnhof führte stetig bergan und so wechselte man gerne auf den Bahnbus.

 

Als Hauptgrund ist aber das eigene Auto zu nennen, das der Bahn das entgültige aus bescherte. Die Eisenbahn, die vorher das einzige Verkehrsmittel war, hatte nun das Nachsehen.  Zum 31. Juli. 1966 wurde dann die Personenbeförderung auf der Nebenbahn eingestellt. Den Personentransport übernahmen nun ganz die Bahnbusse, die ja vorher schon als "Sargträger" fungiert hatten.

 

Im Reiseverkehr wurden jedoch noch Leistungen im Bedarfsfall erbracht. So wurden noch die Touropa – Reisezüge bis 1971 und die Kindersonderzüge bis 1976? nach Lenzkirch – Bonndorf überführt.

 

Nachdem der Güterverkehr auch kein rentables Ergebnis mehr erbrachte, wurde die Stillegung der Strecke beantragt.

 

Am 18. März  erging der Erlaß des Ministeriums für Verkehr, daß der Gesamtverkehr zum 31. 12. 1976 eingestellt wird. Der Güterverkehr wechselte nun ebenfalls vollends auf die Straße, nachdem dies der Personentransport ja schon nach 1966 getan hatte.

 

Nach 69 Jahren war alles vorbei. Die Lenzkircher Bevölkerung nahm Abschied von Ihrem " Isebähnle " in Form einer Abschlußfahrt an den Bodensee, welche am 1. Mai 1977 stattfand. Anschließend begann man mit dem Rückbau der Strecke. Heute erinnern nur noch die alten Bauwerke und die Bahntrasse an diese ehemalige Eisenbahnlinie.

 

Am 27. 5. 1979 wurde auch der Bahnhof Kappel – Gutachbrücke für den Personenverkehr geschlossen. Die Gleise nach Lenzkirch – Bonndorf, die hier von der hinteren Höllentalbahn abgezweigten, waren in den Monaten März bis Mai 1979 abgebaut worden.

 

 

Nach 25 Jahren Dornröschenschlaf wurde die alte Bahntrasse wieder zum Leben erweckt. Am 1. Mai 2003 wurde auf der umgebauten Trasse, das erste Teilstück des Bähnle-Radwegs zwischen Lenzkirch und Holzschlag eröffnet.

 

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