Der Touropa – Express                      

 

 

Nach dem verlorenen Kriege und der danach einsetzenden Normalisierung der Lebensumstände in Deutschland, begann man auch wieder " Urlaub zu machen. " Die Reisebüros verzeichneten steigende Buchungszahlen und es war " In " mit dem Fernreisezug in den Urlaub zu fahren. In der Lenzkircher Kurverwaltung war Paul Heer zuständig für den Auf.- und Ausbau des Fremdenverkehrs. Mit der Anerkennung Lenzkirchs als "Heilklimatischer Kurort"  wurde man dann im Jahre 1953 in das Reiseprogramm von "Touropa – Reisen " aufgenommen. Dies war natürlich wirtschaftlich gesehen eine Aufwertung Lenzkirchs und der ganzen Region. Die Fernreisezüge kamen jeden Dienstag und teilweise auch am Donnerstag aus Hamburg, Bremen, Dortmund oder Frankfurt und wurden überwiegend über die Höllentalbahn nach Lenzkirch und Bonndorf geführt.

 

Einige der Touropazüge kamen auch über die Schwarzwaldbahnstrecke, wie Lokomotivführer i. R. Stefan Reith aus Villingen zu berichten weiß. Er übernahm dann in Offenburg den Touropa, und es ging dann über Donaueschingen nach Neustadt – Lenzkirch – Bonndorf. In Donau- eschingen wurde der Zug vorher aufgeteilt und ein Großteil der Wagen ging Richtung Bodensee.

 

Es war richtig was los auf dem Lenzkircher Bahnhof, wenn die blauen 26 Meter langen Kurswagen vom " Touropa – Express " hier Halt machten. Oft waren es vier Schnellzugwagen und als Lok war in der damaligen Zeit eine Schlepptenderlokomotive der Baureihe 50 vorgespannt. Manchmal waren es über 100 Gäste die hier in Lenzkirch ausstiegen, bevor der Zug weiter nach Bonndorf fuhr. Wegen der Länge des Touropa – Reisezuges mußte in den 50er Jahren der zu kurz geratene Bahnsteig in Lenzkirch verlängert werden.

 

Die Lenzkircher Jugend verdiente sich dann beim Abtransport des Gepäcks der Feriengäste zu den Pensionen ein kleines Taschengeld. Auch mancher Pensionswirt holte seine Feriengäste persöhnlich ab. Anfänglich kamen diese auch noch mit dem " Leiterwägeli ", dann war es auf einmal der VW – Käfer und dann der Mercedes.

 

Anhand der Umstände wie der Gepäcktransport durchgeführt wurde, kann man schon erkennen, daß es auch wirtschaftlich aufwärts ging, und die Bahn hatte ihren Anteil daran.

 

Mit zunehmender Motorisierung war die Art so Urlaub zu machen nicht mehr erwünscht. Man vereiste lieber mit dem Bus oder gar mit dem eigenen Auto, und so hatte die Bahn das Nachsehen.

 

Das Ende der Touropa – Reisezüge kam 1975 nachdem dies 1953 so verheisungsvoll begonnen hatte. Die Zeiten hatten sich eben geändert.

 

Anmerkung:

Im Jahre 1959 entgleiste ein Touropa-Reisewagen auf der Rückfahrt ins Ruhrgebiet im Bahnhof Höllsteig. Alle Reisenden blieben unverletzt.

 

 

Der Touropa – Express, bestehend aus vier Kurswagen und einer Lok der BR 50, auf der Fahrt nach Bonndorf. Das Foto entstand im Bereich Unterlenzkirch.  ( Trenschel )

 

 

                  

                                               Und hier das Original als Modell !