Wunsch, Traum und Wirklichkeit          

 

 

Schon früh, und zwar nach Inbetriebnahme der Teilstrecke Karlsruhe - Freiburg  im Jahre 1845, wurden die ersten Wünsche der Gemeinden Neustadt, Bonndorf und Stühlingen nach einer Eisenbahnlinie laut. Aber erst nach Aufnahme des Zugbetriebes auf der Strecke Neustadt – Donaueschingen im August 1901 sollte dieser Wunsch Wirklichkeit werden. Nach vielen Anträgen und Gesuchen hatten die Schwarzwaldgemeinden dann Ihren lang ersehnten Erfolg zu verbuchen. Die zweite großherzogliche Abgeordnetenkammer beschloß am  6. März 1900  den Bahnbau als Abzweig der Höllentalbahn beim Bahnhof Kappel. (Spätere Umbenennung in Kappel – Gutachbrücke ) Am 28. Mai 1900 unterzeichnete der Großherzog das Gesetz zum Bahnbau.

 

                       Gesetz

 

Friedrich, von Gottes Gnaden Großherzog von  Baden, Herzog von Zähringen

 

Mit Zustimmung unßerer getreuen Stände haben wir beschlossen und verordnen, wie folgt:

 

Die Regierung wird ermächtigt, auf Rechnung des Staates:

.........im Anschluß an die Höllentalbahn von der Station Kappel eine Nebenbahn über Lenzkirch nach Bonndorf herzustellen.

 

Die Bahn soll eingleißig mit einer Spurweite von 1,435m nach der Bahnordnung für die Nebeneisenbahnen Deutschlands zur Ausführung gebracht werden.

 

Das Ministerium unßeres Hauses und der außwärtigen Angelegenheiten ist mit dem Vollzug des Gesetzes beauftragt.

 

Gegeben zu Karlsruhe, den 28. Mai 1900.

 

                                       Friedrich

                                

Auf seiner Hoheit höchsten Befehl.

                         Dr. Heinze

 

 

Von einer Bahnlinie mit Weiterführung nach Schaffhausen und somit Internatinalem Anschluß an die Schweiz und Italien war keine Rede mehr. Man war schon froh darüber, überhaupt eine Bahn zu bekommen. Übrig blieb nun eine Stichbahn, abgehend vom Bahnhof Kappel – Gutachbrücke nach Kappel –  Grünwald, Lenzkirch, Unterlenzkirch, Gündelwangen zum Endbahnhof Bonndorf. Zwischen Unterlenzkirch und Gündelwangen ( im Saatfeld ) wird eine Holzverladestelle eingerichtet.

 

Da die Lenzkircher sich bei den Verhandlungen einen eigenen Bahnhof zu erhalten durchsetzen konnten, mußte nun dieser als Kopf.- bzw. Sackbahnhof ausgeführt werden. Die Spitzkehre die hier in die Linienführung integriert werden mußte, diente einzig und alleine dazu, den Lenzkirchern einen eigenen Bahnhof zu bescheren. Dies hatte große Auswirkungen auf den Betriebsablauf, denn es mußte ja immer die Lok umgespannt werden, bevor die Fahrt weiter gehen konnte.

 

 

Da der Bau der Bahnlinie nun beschlossene Sache war begann man nun mit den Vorbereitungen zur Bauausführung:

 

      1901      Bereitstellung der ersten Finanzmittel -- 500.000 Mark

1902 – 03  Nivelierungsarbeiten durchgeführt

1902 – 04  Katasterpläne erstellt, Ausarbeitung Lagepläne,

                   entgültige Festlegung der Linienführung.

1903 – 04  Geländeerwerbungen abgeschlossen, soweit sie ohne

                   Zwangsenteignung nötig waren.

1905          Mit den Erd.- und Felsarbeiten wurde am 1. Sept.1905

                   begonnen.

                   Erster Spatenstich - Bahnhof Kappel am 23. Aug. 1905