Chronik des Bähnle - Radweges

 

Anträge und Genehmigung - 1983 bis 2002

 

Es war gerade mal 1 ½  Jahre her, seit die Eisenbahnbrücke über die Bonndorferstraße abgerissen worden war. Im Oktober 1983 war dies geschehen, da kam die alte Bahnlinie schon wieder ins Gespräch. Es war der Gemeinderat Walter Matt mit seinen Ratskollegen  Wiemer, Lehmann und Kapp, welche am 15. April 1985 folgenden Antrag in den Gemeinderat einbrachten:

 

Einrichten bzw. Ausbau eines Radweges auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Lenzkirch und Neustadt.

Der Antrag wurde mehrheitlich von den Lenzkircher Gemeinderäten abgelehnt, mit der Begründung: Die Anlegung eines Radweges auf der Bahntrasse währe zwar wünschenswert, jedoch für solch eine Maßnahme kein Geld vorhanden. Es wurde damals auch kein Versuch unternommen Fördermittel zu erhalten.

 

Dann war zunächst wieder einmal Ruhe um die alte Bahntrasse und die Jahre gingen ins Land.

 

Erst im Jahre 1991 kam die Trasse der ehemalige Eisenbahnlinie wieder ins Gespräch. Im Südkurier erschien eine Dokumentation von Hansgünther Dietsche über Bahnhöfe entlang der Bahnlinien im südlichen Schwarzwald. Am 15. August 1991 ist im Bericht zum Bahnhof Gündelwangen folgendes zu lesen:

Hätte man damals nicht nur die Schienen und Schwellen, sondern auch den Schotter des Gleisbettes entfernt und die Strecke umfunktioniert, so wäre heute für viele Familien mit Kindern ein 20 Km langer und bequemer, durch eine reizvolle Landschaft des Hochschwarzwaldes führender Radweg vorhanden. Einige Fremdenverkehrsfachleute an der ehemaligen Strecke haben das Versäumnis erkannt.

 

Auch nach diesem Bericht blieb alles beim Alten. Etwas anderes geschah: In der Radsportszene trat ein Mann Namens Jan Ullrich seinen Siegeszug an. Über seine Leistungen darf heute kritisch nachgedacht werden. Eines haben diese Siege von Ihm und anderen deutschen Radrennfahrern, wie Zabel und Vogt jedoch bewirkt, der Breitenradsport und das „Radfahren“ im allgemeinen erlebte einen riesigen Aufschwung, der auch heute noch spürbar ist. In unßerer Region war Freiburg ein Vorreiter was das Radwegenetz im Stadtgebiet betrifft, und auch anderswo wurden die Rufe nach Radwegen laut. Es sollte noch bis 1999 dauern, bis die alte Bahntrasse wieder ins Gespräch kam.

 

Im März 1999 findet in Bonndorf die Jahreshauptversammlung des Schwarzwaldvereins Ortsgruppe Bonndorf statt. Es wird beschlossen als zukünftiges Projekt  den Ausbau der ehemaligen Bahntrasse zu einem Bahnradweg voranzutreiben. Da man aber dieses große Ziel alleine nicht „stemmen“ könne, suche man noch nach Verbündeten. So war dies auch in der Berichterstattung der Badischen Zeitung zu lesen. In Lenzkirch laß Walter Matt, der die Bahntrasse nie aus den Augen verloren hatte, diesen Bericht und setzte sich mit dem Vorsitzenden des Schwarzwaldverein Friedbert Zapf in Verbindung. Ab jetzt waren es die beiden Schwarzwaldvereins-Ortsgruppen von Lenzkirch und Bonndorf, welche nun gemeinsam versuchten den Umbau der alten Trasse zu einem Radweg voran zu bringen.

Vor über 100 Jahren hatte es schon einmal eine ähnliche Situation gegeben, als Lenzkirch und Bonndorf es gemeinsam miteinander erreichten, eine Sache in der Region voran zu bringen, nämlich den Bau der Eisenbahnlinie.

 

Am 16. März 2000 war es dann wieder Walter Matt mit den Ratskollegen Rudolf Berg, Anja Winterhalter und Karl Schupp, die einen Antrag in den Lenzkircher Gemeinderat zur Verwendung der Bahntrasse und der Kiesgrube bei Kappel einbrachten. Nachfolgend auszugsweise die beiden Antragspunkte:

Punkt 1: Im Zuge der Rekultivierung der Kiesgrube im Ortsteil Kappel, soll die Möglichkeit der Anlegung eines Bike-Parks geprüft werden.

Punkt 2: Die Gemeinde Lenzkirch soll zusammen mit der Stadt Titisee-Neustadt und Bonndorf die Anlegung eines Geh.- und Radweges auf der alten Bahntrasse von Neustadt über Lenzkirch nach Bonndorf in Angriff zu nehmen.

 

Am 15. April 2000 kam bei einer Veranstaltung in der Festhalle Lenzkirch, die unter dem Motto „Wir gestalten Zukunft“ stand, wieder die Bahntrasse zur Sprache.

Initiator: Walter Matt

Mitglieder der Diskussionsgruppe: Walter Matt, Paul Heer, Karin Böhm, Reinhard Feser, Walter Sigwarth, Christa Winterhalder, A. Thoma.

Ergebnis der Diskussionsrunde: Der Schwarzwaldverein e.V. Ortsgruppe Lenzkirch ist bereit, diese Initiative im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen. An die Gemeinde Lenzkirch ergeht die Aufforderung, die Sache zu unterstützen und bei den Genehmigungsbehörden sowie beim Naturpark-Südlicher Schwarzwald die Förderungsmöglichkeiten abzuklären.

 

Am 4. Mai 2000 wurde, der von Walter Matt und seinen Ratskollegen eingebrachte Antrag vom 31. März 2000 in der Gemeinderatssitzung verhandelt und --- abgelehnt. Grund der Ablehnung war die leere Gemeindekasse. Bürgermeister Kunzmann meinte: „Bevor wir etwas neues beginnen, sollten wir zunächst das in Ordnung bringen, was in Ordnung zu bringen ist“. Der Gemeinderat Walter Sigwarth führte aus: „Solange unßere Straßen einer Downhillstrecke ähnlich sind, sollten wir solche Luftschlösser hinten anstellen“.

 

Am 23. Juli 2000 fand dann die erste gemeinsame Aktion der Schwarzwaldvereins-Ortsgruppen Lenzkirch und Bonndorf statt. Rund 30 Radwegbefürworter nahmen an der „demonstrativen“ Wanderung teil, um das Verfahren zum Bau eines Radweges auf der Bahntrasse voranzutreiben. Der Abschluß dieser Wanderung fand dann in der Brauereigaststätte Rogg statt, wo noch ein reger Informationsaustausch stattfand.

 

Am 12. Feb. 2001 fand im Kurhaus Lenzkirch die erste Info-Veranstaltung zum zukünftigen Bahnradweg statt. Hierzu hatten die beiden Ortsgruppen des Schwarzwaldvereins Lenzkirch und Bonndorf eingeladen. Die gleiche Veranstaltung wurde auch so in selbiger Form zu einem späteren Termin in Bonndorf durchgeführt.

 

Am 16. Feb. 2001 veröffentlicht der Tourismusverband TSS (Tourismus Südlicher Schwarzwald) seine neue Broschüre „Radurlaub“. Auch hier hatte man erkannt, daß „Radfahren“ im Schwarzwald eine Zukunft hat, und bot dies den Urlaubern auch nun an.

 

Am 26. Feb. 2001 stellt die Gemeinde Lenzkirch auf initiative des Schwarzwaldvereines Ortsgruppe Bonndorf und Lenzkirch einen Antrag auf Naturparkförderung:

Anlegung eines Radweges auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Lenzkirch/Bonndorf und Lenzkirch/Titisee-Neustadt.

Der Antrag wird abgelehnt !

 

10. Mai 2001: Diskussion des Projekts „Bahnradweg“ im Rathaus Lenzkirch. Teilnehmende Personen:

Bürgermeister Kunzmann, Lenzkirch

Bürgermeister Scharf, Bonndorf

Holderried, Naturpark Südschwarzwald

Lutz, Hauptgeschäftsstelle Schwarzwaldverein

Fritsche und Matt, Ortsgruppe Lenzkirch

Zapf, Ortsgruppe Bonndorf

 

Juli 2001: Verkehrsschau signalisiert grünes Licht zur Querung der Bundesstraße 315 in Holzschlag.

 

30. Juli 2001: Ingenieurbüro Tomplan erstellt positives Gutachten zum baulichen Zustand des Klausbachviadukts.

 

17. Dez. 2001: Erneute Antragstellung der Gemeinde Lenzkirch und der Stadt Bonndorf beim Naturpark – Südschwarzwald  mit der Bitte um Gewährung eines Baukostenzuschusses für den Umbau der Bahntrasse zu einem Bahnradweg.

 

Am 12. Feb. 2002 schreibt der Schwarzwaldverein-Ortsgruppe Lenzkirch an den Landrat des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald Herrn Jochen Glaeser und wirbt um den Bahnradweg, da die Gemeinden Lenzkirch und Bonndorf erneut einen Antrag beim Naturpark Südschwarzwald eingereicht haben. Unterzeichner des Schreibens: Walter Matt und Harald Fritsche. Ein weiteres Schreiben mit gleichem Inhalt geht von der Ortsgruppe Bonndorf an den Landrat des Landratsamtes Waldshut-Tiengen Herrn Dr. Wütz, der auch Vorsitzender des Naturpark Südschwarzwald ist. Unterzeichner des Schreibens: Friedbert Zapf von der Ortsgruppe Bonndorf. In beiden Schreiben ist auch erwähnt, daß die Stadt Bonndorf sowie die Gemeinde Lenzkirch in ihren Haushalten 2002 insgesamt 96.000 Euro zum Umbau der Bahntrasse eingestellt haben.

 

Am 27. Feb. 2002 schreibt Walter Matt an die Bundestagsabgeordnete Frau Karin Rehbock-Zureich, und bittet Sie, falls Ihr möglich, die beiden Ortsgruppen des Schwarzwaldvereines in der Bahnradwegsache zu unterstützen.

 

26. April 2002: Naturpark-Südschwarzwald genehmigt Zuschuß zum Bau des Bahnradweges für den 1. Bauabschnitt Lenzkirch-Holzschlag, und übernimmt somit 50% der Gesamtbaukosten.

 

Die wichtigste Hürde war genommen, nun konnte man mit der weiteren Planung und dem Bau des „Bähnle-Radweges“ beginnen.