Kommunales Wälderleben
Der Bähnle - Radweg

                                                    von Siegfried Scharf

 


 

Eine Einweihung mit Hindernissen

Stolz war man in Lenzkirch und Bonndorf, dass man auf der ehemaligen Bahntrasse von Lenzkirch nach Bonndorf die Einweihung des Bähnle – Radweges von Lenzkirch / Löffelschmiede nach Holzschlag vornehmen konnte. Der Termin stand schon früh fest. Es war der 1. Mai 2003 (ich berichtete in meinem Buch "Vom Hirtenbub zum Bürgermeister“ darüber).

Wie gewöhnlich hatten für die Einweihung die beiden Wälderbürgermeister zündende Ideen. Nach illusteren Reden beim Kurhaus in Lenzkirch schwangen sich die beiden auf ein „Tandem“, um Gemeinsamkeit zu demonstrieren. Sie führten dabei die 800 Personen starke Radlergruppe an. Doch schon der erste Anstieg hatte es in sich. Hatten die beiden Schultes zu viel Kraft oder erschlaffte das Material? Wie dem auch sei: Die Nabe des Rades brach, es war kein Weiterkommen. Der Drahtesel streikte. Derweil radelten die 800 Radler munter an den beiden Schultes vorbei.

Zum Glück befand sich die Brauerei Rogg in Unterlenzkirch in der Nähe. Zu Fuß ging es dorthin. Es war heiß, und der Durst war groß. Schnell verkonsumierte man ein Bier und „konfiszierte“ kurzerhand zwei Räder, deren Besitzer gerade nicht in Sicht waren. Und weiter ging es. Man trampelte und strampelte und kam der Radlergruppe wieder nahe. Denn schließlich stand die Eröffnung des Radweges beim Viadukt „Löffelschmiede“ bevor. Beide schafften es und waren beinahe rechtzeitig mit dem Hauptpulk der Radler zur Stelle. Wieder demonstrierten sie Gemeinsamkeit und durchschnitten gemeinsam das badische Band.

Doch am Viadukt bei der Löffelschmiede gab es nur eine kurze Verschnaufpause. Man wartete sehnlichst auf einen Fahrradhändler, der vom Missgeschick der beiden Bürgermeister gehört hatte. Dieser brachte zwei neue Fahrräder mit und nahm die „Gestohlenen“ in Empfang, um sie den Eigentümern zurückzugeben. Und wieder setzte eine Aufholjagd in Richtung Holzschlag ein. Abermals war der Tross von 800 Radlern an den beiden Geplagten vorbeigezogen.

Die beiden Wälderbürgermeister traten vehement in die Pedale. Zwar holte man nicht alle, aber viele der 800 Radler ein, sodass das letzte Kapitel der Einweihung erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Wieder wurde Gemeinsamkeit de- monstriert, und wieder gelang beiden rechtzeitig der angekündigte Fassanstich.

So geht die Einweihung des Radweges als eine Veranstaltung mit Hindernissen in die Geschichte beider Gemeinden ein. Aber es wurde auch eines deutlich; auf dem Wald gibt es sehr sportliche Bürgermeister!